Checkliste
Kostenloser Besucherzähler: neun Prüfpunkte, bevor Sie ihn einbauen
Ein kostenloser Zählerdienst ist schnell eingebaut: Schnipsel kopieren, fertig. Mit dem Schnipsel holen Sie sich aber einen fremden Anbieter auf jede Seite. Diese neun Punkte sollten Sie vorher prüfen.
Warum sich ein zweiter Blick lohnt
Ein kostenloser Besucherzähler funktioniert fast immer gleich: Sie binden eine Grafik oder ein Skript ein, die bei jedem Seitenaufruf vom Server des Anbieters geladen wird. Der Anbieter zählt den Aufruf und schickt die neue Zahl zurück. Dabei erfährt er die IP-Adresse Ihrer Besucher, ihren Browser und meist die aufgerufene Seite.
Kostenlos heißt also nicht folgenlos. Der Betrieb eines Zählerdienstes kostet Geld; finanziert wird er über Werbung, Links, Zusatzpakete oder Daten. Das muss kein Problem sein, Sie sollten es aber wissen, bevor Sie sich entscheiden.
Die neun Prüfpunkte
- Wird der Zähler per HTTPS ausgeliefert?Beginnt die Adresse im Schnipsel mit
http://, blockieren aktuelle Browser die Grafik auf einer verschlüsselten Seite oder zeigen eine Warnung. Ein seriöser Dienst bietet ausschließlichhttps://an. - Setzt der Dienst Cookies oder nutzt er den Browserspeicher?Dann brauchen Sie in Deutschland in der Regel eine Einwilligung Ihrer Besucher, bevor der Zähler lädt. Wie Sie das prüfen, zeigt der 5-Minuten-Test weiter unten.
- Wo werden die Daten verarbeitet?Steht der Server in der EU, ist die Lage einfacher. Bei Servern außerhalb der EU muss die Übermittlung nach der DSGVO abgesichert sein.
- Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?Verarbeitet ein Dienst Daten Ihrer Besucher in Ihrem Auftrag, verlangt Art. 28 DSGVO einen solchen Vertrag. Viele kostenlose Dienste bieten keinen an.
- Blendet der Zähler Werbung oder Links ein?Manche Zähler enthalten einen Link auf den Anbieter oder auf Werbepartner. Solche Links stehen dann auf Ihrer Website, ohne dass Sie ihren Inhalt kontrollieren, und Google wertet Links, die als Gegenleistung für ein Widget gesetzt werden, als problematisch.
- Wie wirkt sich der Zähler auf die Ladezeit aus?Jeder fremde Server ist eine zusätzliche Verbindung. Ist er langsam oder nicht erreichbar, lädt die Grafik verspätet oder gar nicht. Geben Sie der Grafik feste Abmessungen, damit die Seite beim Nachladen nicht springt.
- Wer steht hinter dem Dienst?Ein Impressum mit vollständiger Anschrift, eine Datenschutzerklärung und erreichbare Kontaktdaten sind das Mindeste. Fehlen sie, binden Sie den Dienst nicht ein.
- Können Sie Ihre Daten einsehen und löschen?Prüfen Sie, ob Sie die Statistik abrufen, exportieren und Ihr Konto samt Daten löschen können, und was geschieht, wenn der Dienst eingestellt wird.
- Was genau wird gezählt?Zählt der Dienst jedes Neuladen? Filtert er Bots heraus? Ein Zähler, der dazu nichts sagt, zeigt meist Seitenaufrufe inklusive Bots, also eine eher hohe Zahl.
Der 5-Minuten-Test im Browser
Bevor Sie einen Zähler dauerhaft einbauen, testen Sie ihn auf einer einzelnen, nicht verlinkten Seite. Mit den Entwicklerwerkzeugen Ihres Browsers sehen Sie, was er tatsächlich tut:
- Öffnen Sie die Testseite und drücken Sie F12 (am Mac Cmd+Option+I).
- Wechseln Sie auf den Reiter Netzwerk und laden Sie die Seite neu. Jede Zeile ist eine Anfrage. Achten Sie auf Adressen, die nicht zu Ihrer eigenen Domain gehören: Lädt der Zähler weitere Dienste nach, etwa Werbenetzwerke?
- Klicken Sie die Anfrage des Zählers an und sehen Sie unter Antwort-Header nach, ob dort
Set-Cookiesteht. - Öffnen Sie den Reiter Anwendung (in Firefox: Web-Speicher) und prüfen Sie unter Cookies und Local Storage, ob Einträge des Anbieters entstanden sind.
- Prüfen Sie die Seite mit einem Werbeblocker. Verschwindet der Zähler, wird er auch bei vielen Ihrer Besucher nicht geladen, und die Zahl fällt entsprechend niedriger aus.
Kostenlose Alternativen ohne fremden Dienst
Kostenlos zählen geht auch ganz ohne fremden Anbieter:
| Lösung | Voraussetzung | Was Sie erhalten |
|---|---|---|
| Eigener PHP-Zähler | Webspace mit PHP | Seitenaufrufe, sichtbar oder unsichtbar, ohne Cookies. Anleitung für den PHP-Zähler |
| Mini-Zähler für WordPress | WordPress-Website | Seitenaufrufe per Shortcode. Anleitung für WordPress |
| Statistik des Hosters | Hosting-Paket mit Log-Auswertung | Aufrufe, Herkunft, Seiten; kein Code nötig. Mehr zur Website-Statistik |
| Statistik des Baukastens | Baukasten-Tarif mit Statistik | Je nach Anbieter Besucher und Seitenaufrufe |
Welche Rolle Cookies, IP-Adressen und Einwilligungen spielen, erklärt der Ratgeber Besucherzähler und Datenschutz.
Häufige Fragen
Gibt es einen kostenlosen Besucherzähler ohne Anmeldung?
Ja, einige Dienste liefern ein Zähler-Schnipsel ohne Konto. Das ist bequem, bedeutet aber auch: Sie haben keinen Vertrag, keinen Zugriff auf die gesammelten Daten und keine Ansprechperson, falls der Dienst eingestellt wird. Ohne jede Anmeldung und ohne fremden Anbieter zählen Sie mit einem eigenen PHP-Zähler auf Ihrem Webspace.
Wie finanzieren sich kostenlose Zählerdienste?
Häufig über Werbung oder Links im Zähler, über kostenpflichtige Zusatzpakete oder über die Daten, die beim Zählen anfallen. Welches Modell ein Dienst nutzt, steht im besten Fall in seinen Nutzungsbedingungen und seiner Datenschutzerklärung. Steht dort nichts dazu, ist das ein Warnzeichen.
Was passiert mit meinem Zähler, wenn der Dienst eingestellt wird?
Die Grafik lädt nicht mehr, und an der Stelle erscheint ein leerer Rahmen oder ein Symbol für ein fehlendes Bild. Manche Domains ehemaliger Zählerdienste wurden später von anderen Betreibern übernommen, die dann Inhalte auf Ihrer Seite ausspielen könnten. Entfernen Sie Schnipsel von Diensten, die es nicht mehr gibt, deshalb zügig.